Online-Bezahlsysteme im E-Commerce – Ein kleiner Vergleich

Von: Annika Süß |
Datum: 17.09.2018

Was sind Online-Bezahlsysteme?

Online-Bezahlsysteme sind in der heutigen E-Commerce-Welt nicht mehr wegzudenken. Online-Bezahlsystem werden genutzt, wenn User im Internet gekaufte Ware oder eine Dienstleistung bezahlen möchten.

Der Online-Handel konnte vor allem durch die Einführung cleverer System schnell und nachhaltige wachsen.

Trotz, oder auch vielleicht wegen, all dieser Anbieter gehört der Kauf auf Rechnung noch immer zu den beliebtesten Zahlungsmethoden. Dicht gefolgt von PayPal und der guten alten Lastschrift.

Einige der gängigsten Anbieter haben wir in diesem Artikel aufgelistet und deren Vor- und Nachteile aufgezählt. Es handelt sich hierbei nicht um einen umfassenden Test von Online-Bezahlsystemen.

Online-Bezahlsysteme - Online bezahlen
Online-Bezahlsysteme – Online bezahlen

Welche Anbieter von Online-Bezahlsystemen gibt es in Deutschland?

Falls Dir ein Anbieter fehlt, freuen wir uns über einen Kommentar und nehmen diesen gerne mit auf.

Paydirekt

Bei Paydirekt handelt es sich um ein Online-Bezahlsystem, das von einigen Banken genutzt wird, ursprünglich aber von den deutschen Sparkassen und Raiffeisen-Volksbanken entwickelt und vertrieben wurde.

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Kunden Deines E-Commerce-Shops, die dieses Bezahlsystem nutzen möchten, müssen ebenfalls das angebundene Online-Banking nutzen. Danach hat der User die Möglichkeit, seine online getätigten Einkäufe via Paydirekt zu bezahlen. Nutzt Du als Händler Paydirekt, wird der User beim Einkauf einfach auf die Seite von Paydirekt weitergeleitet. Mittels Benutzernamen und einem Passwort wird der Kauf bestätigt. Nach erfolgter Bestätigung des Kaufs per TAN wird der offene Betrag dann im Anschluss von der Bankverbindung des Kunden abgebucht.

Nachteile von Paydirekt

Wie bei anderen Online-Bezahldiensten sind Phishing-Attacken möglich. Hier ist man den Sicherheitsbemühungen des Anbieters ausgeliefert. Zudem hält sich die Verbreitung in Online-Shops noch in engen Grenzen.

Vorteile von Paydirekt

Die Kunden benötigen zur Bezahlung keine Kreditkarte. Die Transaktion ist in der Regel ziemlich schnell durchgeführt. Ebenso erfolgt die Einrichtung ziemlich fix. Auch die Verbreitung von sensiblen Daten hält sich im Rahmen, da diese nur bei dem User und der Bank liegen. Dies bedeutet, dass keine weiteren Anbieter für die Zahlung benötigt werden.

Paydirekt - Vor- und Nachteile im Überblick
Paydirekt – Vor- und Nachteile im Überblick

Sofortüberweisung.de

Betrieben wird Sofortüberweisung.de von der bayerischen Sofort GmbH, die seit 2014 zur schwedischen Klarna-Gruppe gehört. Online-Banking-Nutzer können damit direkt online bezahlen. Ein separates Konto für die Nutzung von Sofortüberweisung.de wird nicht benötigt.

Sobald ein Kunde in Deinem Online-Shop einen Kauf tätigt und via Sofortüberweisung bezahlen möchte, greift das System über eine sichere Datenverbindung direkt auf das Online-Banking des Users zu.

Dabei legitimiert sich der Kunde mittels seiner Kontonummer und PIN. Per TAN wird die Transaktion im Anschluss bestätigt. Der Händler erhält die Bestätigung umgehend und kann im Anschluss die Ware freigeben. Hier ähnelt der Ablauf sehr dem der Zahlungsart Vorkasse.

Sofortüberweisung.de und die Nachteile

Der Kunde gibt seine Kontodaten an den Dienstleister weiter. Auch hier besteht die Gefahr von Phishing-Attacken. Die Daten werden bei jeder Transaktion neu transferiert. Sofortüberweisung ruft im Zahlungsprozess den Kontostand und weitere sensible Daten ab.

Sofortüberweisung.de und die Vorteile

Der Kunde benötigt kein separates Konto. Das macht das Verfahren einfach und schnell. Die Verbreitung in Deutschland ist relativ hoch. Auch hier wird für Online-Einkäufe keine Kreditkarte benötigt.

Sofortüberweisung.de - Vor- und Nachteile im Überblick
Sofortüberweisung.de – Vor- und Nachteile im Überblick

Paysafecard aus Österreich

Aus unserem Nachbarland mit den hohen Bergen und den tiefen Tälern kommt der Anbieter Paysafecard. Dieses Online-Bezahlsystem ermöglicht es Usern Waren und Dienstleistungen zu erwerben, ohne dass hierfür ein eigenes Konto oder eine Kreditkarte benötigt wird.

Erforderlich ist der Erwerb einer Paysafecard in einer Verkaufsstelle. Der Kunde kann hier zwischen Karten wählen, die mit Beträgen zwischen 10€ und 100€ geladen sind.

Falls User Shops finden, die Paysafecard als Zahlungsmittel akzeptieren, kann dort dann mit diesen Karten online eingekauft werden. Bei Zahlungsvorgang gibt der Kunde dann einfach die PIN an, die auf der Karte angegeben ist. Für minderjährige User bietet Paysafecard spezielle Karten an. Diese sollen verhindern, dass Jugendliche die falschen Artikel im Netz erwerben.

Nachteile der Paysafecard

Es sind keine eigenen Aufladungen der Karten möglich. Die Karten müssen zuerst und ausschließlich in Verkaufsstellen erworben werden. Die Verbreitung in Online-Shops ist aktuell noch gering. Am problematischsten jedoch ist die Tatsache, dass die Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können.

Vorteile der Paysafecard

Die Daten der Nutzer werden nicht gespeichert. Die Nutzung von Kreditkarten ist nicht nötig. Ein Girokonto wird ebenfalls nicht benötigt. Geht die Karte verloren, muss nicht gleich das ganze Konto gesperrt werden. Dafür ist das Budget futsch. Phishing hat hier keine Chance und die Online-Bezahlung erfolgt vollkommen anonym und ohne persönliche Daten.

Paysafecard - Vor- und Nachteile im Überblick
Paysafecard – Vor- und Nachteile im Überblick

Wirecard

Bei Wirecard handelt es sich um einen Anbieter mit Sitz im schönen München. Die Funktionsweise ist relativ einfach: Online-Shopper eröffnen zu Beginn ein Wirecard-Konto und erhalten daraufhin eine imaginäre Prepaid-Kreditkarte. Nach der Verifizierung per SMS kann diese aufgeladen werden. Ist das Guthaben verbucht, kann der User wie mit einer handelsüblichen Kreditkarte einkaufen.

Geldtransfer an andere und weitere Wirecard-Inhaber sind problemlos möglich. Erforderlich ist hierfür lediglich die Freischaltung der User über das mobile TAN-Verfahren.

Wirecard und seine Nachteile

Für das Aufladen der Kreditkarte fallen Gebühren an. Für jede ausgeführte Transaktion fallen ebenfalls Gebühren an.

Wirecard und seine Vorteile

Phishing-Versuche erfolgen eher selten, da die Zugriffe lediglich auf das geladene Guthaben erfolgen können. Wie bereits beschrieben, sind Überweisungen an andere Anbieter möglich. Dank Prepaid-System besteht ein aktiver Überziehungsschutz. Die Wirecard-Kreditkarte kann mit einer hohen Akzeptanz aufwarten.

Wirecard - Vor- und Nachteile im Überblick
Wirecard – Vor- und Nachteile im Überblick

Giropay

Um Internet-Shopper ein weitestgehend sicheres Shopping-Vergnügen bieten zu können, hat die deutsche Kreditwirtschaft Giropay entwickelt und auf den Markt gebracht. Das Online-Bezahlsystem von Giropay wird von der Postbank, den Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken unterstützt.

Damit User Giropay verwenden können, ist kein gesondertes Konto erforderlich. Das genutzte Girokonto sollte aber für das Online-Banking und die Nutzung Giropay freigeschaltet sein. Kunden werden bei der Verwendung von Giropay ohne Umwege von der Webseite des Online-Händlers über eine hoffentlich sichere Verbindung zum Online-Banking der angeschlossenen Bank weitergeleitet.

Ab diesem Punkt des Zahlungsvorgangs, führt der Kunde die Zahlung durch PIN-/TAN-Abfrage umgehend durch. Dadurch garantiert Giropay Online-Händlern, dass die Zahlung eingegangen ist. Demnach können Händler mit einem geringeren Ausfallrisiko rechnen.

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Die Nachteile von Giropay

Wie bei anderen genannten Anbietern auch, sind Phishing-Attacken möglich. Falls diese erfolgreich sind, haben Angreifer unter Umständen einen unmittelbaren Zugriff auf das Girokonto. Giropay ist nicht bei Einkäufen bei Online-Shops aus den USA und anderen Staaten anwendbar.

Vorteile von Giropay

Die Bankdaten werden nicht an den Händler weitergegeben. Zudem ist kein weiteres Konto bei einem dritten Dienstleister nötig. Die Zahlung an den Händler erfolgt auf nahezu direktem Wege und ist daher schnell ausgeführt. Die Abwicklung der Zahlung erfolgt über die Bank des Kunden.

Giropay - Vor- und Nachteile im Überblick
Giropay – Vor- und Nachteile im Überblick

Aus Moneybookers wurde Skrill

Das aus England stammende Online-Bezahlsystem Skrill startete ursprünglich unter dem Namen “Mooneybookers. Um diesen Dienst nutzen zu können, muss der Kunde im Vorfeld ein eigenes Kundenkonto anlegen. Im Anschluss kann der Kunde via Kreditkarte oder Girokonto einen Betrag X aufladen. Dieser Betrag kann danach für Käufe genutzt werden. Wer mag, kann eine Skrill-Prepaid-Mastercard beantragen. Von dem eingerichteten Skrill-Konto lässt sich danach an Geldautomaten einfach Geld abheben oder auch Geld überweisen. Ein Skrill-Konto benötigt der Empfänger hierfür nicht.

Nachteile von Skrill als Online-Payment-Dienst

Die Verbreitung in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Anbietern sehr gering. Zusatzdienste sind unter Umständen kostenpflichtig. Die Stornierung von Überweisungen lässt sich nicht kostenlos vornehmen. Und die Phishing-Gefahr besteht auch hier latent.

Vorteile von Skrill als Online-Payment-Dienst

Der Standard-Account für Privatkunden ist kostenlos. Die Überweisung an andere Kunden ist problemlos möglich. Sensible Daten werden nicht an den Online-Händler übermittelt. Zudem schützt das System Kunden durch die Prepaid-Option vor zu hohen Ausgaben.

Skrill - Vor- und Nachteile im Überblick
Skrill – Vor- und Nachteile im Überblick

Click&Buy – Wie funktioniert Click&Buy

Update: Click&Buy steht seit dem 1. März 2016 nicht mehr als Bezahlungsmöglichkeit zur Verfügung.

Bei Click&Buy handelt es zu einhundert Prozent um ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG. Die Funktionsweise ähnelt sehr dem Ablauf von PayPal. Der User muss im Vorfeld ein eigenes Konto anlegen und seine Bankdaten und/oder Kreditkartendaten hinterlegen. Beim Shopping-Vorgang wird der User dann zur Bezahlung auf die Website von Click&Buy geleitet. An dieser Stelle muss noch ein Login erfolgten und die Bestätigung des Kaufs. Click&Buy überweist den Betrag daraufhin direkt an den Online-Shop. Der Rechnungsbetrag wird im Anschluss vom Bankkonto des abgebucht oder der hinterlegten Kreditkarte belastet.

Nachteile von Click&Buy als Online-Bezahlsystem

Wie bei den meisten aufgeführten Anbietern auch, ist Click&Buy der Gefahr von Phishing-Angriffen ausgesetzt.  Für Rücküberweisung auf das hinterlegte Konto fallen Gebühren an. Zudem fehlen zusätzliche Sicherheitsabfragen wie PIN und TAN.

Vorteile von Click&Buy als E-Payment-Anbieter

Die Kundendaten lagern auf Servern mit Standort Deutschland. Privatnutzer können das Konto kostenlos nutzen. Die Daten der Bankverbindung oder die Kreditkartendaten werden nicht an den Online-Händler übermittelt. Zusätzlich ist das System durch das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) zertifiziert. Der Durchdringungsgrad bei deutschen Online-Händlern ist relativ hoch.

Click&Buy - Vor- und Nachteile im Überblick
Click&Buy – Vor- und Nachteile im Überblick

Kommen wir zum letzten und wohl bekanntesten Online-Bezahldienst: PayPal

Von Elon Musk gegründet, gehört der E-Payment Anbieter PayPal mittlerweile zu ebay. Auch hier hinterlegt der User zur Eröffnung des Kontos Bank- oder Kreditkartendaten. PayPal kann sowohl für den Kauf in Online-Shops als auch für Überweisungen genutzt werden. Nach dem Bestellvorgang wird der User auf die PayPal-Bezahlseite weitergeleitet. Dort angekommen, muss sich dieser einloggen und die Transaktion bestätigen. Die Transaktion des Rechnungsbetrages erfolgt umgehend. Wem das zu lange dauert, kann eine PayPal-Expresszahlung durchführen. Bei dieser werde sämtliche Rechnungs- und Kundendaten aus dem PayPal-Konto übernommen und müssen nicht manuell und mühsam im Shop hinterlegt werden.

Auch der Marktführer PayPal muss mit Vor- und Nachteilen seines Systems leben.

PayPal Nachteile

Die Phishing-Attacken sind auch hier ein echtes Übel. Die Daten liegen auf Servern, die ihren Standort in den USA haben. Es gibt keine erweiterte Absicherung durch ein TAN-Verfahren. Ist das Passwort gehackt, können Einkäufe durch fremde ohne die benötigten Bankdaten erfolgen. Überweisungen via PayPal sind zwar möglich, der Begünstigte zahlt allerdings Gebühren, sobald Geld auf seinem PayPal-Konto eingeht.

PayPal Vorteile

PayPal wäre aber nicht so erfolgreich, wenn es nicht auch ein paar Vorteile gäbe. Das PayPal-Konto für Privatkunden ist kostenlos. Der Online-Bezahldienst ist weltweit am stärksten verbreitet. Zudem kann das Bezahlsystem problemlos auch für Online-Überweisungen genutzt werden. Beim Kauf werden keine Kreditkarten oder Bankdaten an die Online-Händler übermittelt.

PayPal - Vor- und Nachteile im Überblick
PayPal – Vor- und Nachteile im Überblick

Bieten Online-Bezahlsysteme ausreichend Sicherheit

Es „Hysterie“ zu nennen, wäre es noch zu früh, aber die Angst um die sensiblen Daten hemmt noch immer viele Internet-Shopper. Dies wiederum bringt viele Händler in Zugzwang –welcher Anbieter ist der richtige, auf welchen kann ich verzichten und gibt es Alternativen?

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2 Kommentare auf “Online-Bezahlsysteme im E-Commerce – Ein kleiner Vergleich”

  • Paul Rodde sagt:

    Ein sehr schwacher Artikel mit vielen Fehlern. Click&Buy hat schon im April 2016 den Betrieb eingestellt. Sofortüberweisung wurde von Klarna übernommen. Es fehlen so bekannte Anbieter wie Amazon Pay, Apple Pay oder Trustly. Alles in allem ein Artikel ohne jeglichen Mehrwert für den Leser.

    1. Ewald Haaf sagt:

      Hallo Herr Rodde, vielen Dank für das Feedback. Wenngleich dieses auch wenig schmeichelhaft ist. Die Fehler werden wir selbstverständlich ausbessern. Fehlende Anbieter werden wir sukzessive aufnehmen.

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