Was ist eine ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse ist ein Verfahren, um Ereignisse zu planen und Entscheidungen auf Grundlage fundamentaler Daten zu treffen. Hierbei werden die Objekte in A-B-C klassifiziert und gewichtet.
Je höher die Gewichtung, desto bedeutsamer ist es für Ihr Unternehmen. Insbesondere bei der Beschaffung von Gütern und bei Rationalisierungsprojekten findet diese Analyse ihre Anwendung.

Ermittlung der ABC-Klassifizierung in der Beschaffungsplanung

In der Beschaffungsplanung werden zunächst die durchschnittlichen Verbrauchswerte des Materials ermittelt. Anschließend wird der prozentuale Anteil des einzelnen Materials am Gesamtwert ermittelt und einsortiert. Hierzu werden für die jeweiligen Klassen Grenzen festgelegt, die den darin enthaltenen Anteil widerspiegeln.

Die Einteilung der Klassen

Grafik von ABC-Analyse | microtech.de
ABC-Analyse ©microtech 2017
  1. Klasse A: Hochwertig/Umsatzstark (20 % des Materials = 80 % vom Gesamtwert)
  2. Klasse B: Mittelwertig/mittlere Umsatzstärke (30 % des Materials = 15 % vom Gesamtwert)
  3. Klasse C: Niedrigwertig/geringe Umsatzstärke (50 % des Materials = 5 % vom Gesamtwert)

Durch die Einteilung in A-B-C Klassen wird das Material unterschiedlich gewichtet. Hierdurch erhält das Unternehmen Informationen darüber, ob die Beschaffung wirtschaftlich günstig oder unwirtschaftlich ist.

Die Anwendung der 80/20 – Regel (Pareto-Prinzip):

Die 80/20-Regel besagt, dass 20 Prozent des Materials 80 Prozent vom Gesamtwert beanspruchen. Hieraus und in Anwendung der ABC-Klassifizierung lässt sich ebenfalls ableiten, dass 50 Prozent des Materials nur fünf Prozent vom Gesamtwert beanspruchen.
Durch die Anwendung der 80/20-Regel wird erkennbar, dass ein vergleichsweise hoher Aufwand für einen vergleichsweise geringen Ertrag erforderlich ist (B- und C-Güter). Durch Fokussierung des Aufwands auf A-Güter kann der Ertrag gesteigert werden. Kostensenkungs- und Rationalisierungspotential wird offensichtlich.
In der Beschaffungsplanung wird empfohlen die ABC-Analyse regelmäßig vorzunehmen, da diese Analyse eine rein statische Betrachtung der Objekte ist. Aufgrund der Preispolitik der Lieferanten ist aber davon auszugehen, dass sich die Objekte in den jeweiligen Klassen verschieben. So kann ein zuvor mittelwertiges Material der Klasse B aufgrund einer Verteuerung zu einem hochwertigen Material aufsteigen und umgekehrt.

Mögliche Maßnahmen für die Materialwirtschaft

Klasse A – Material

  1. Höhere Aufmerksamkeit bei der Beschaffung, Kontrolle und Pflege
  2. Niedrige Mindestbestände
  3. Auftragsbezogenes Bestellwesen
  4. Exakte Disposition – Just in Time
  5. Intensivere Preisverhandlungen
  6. Permanente Inventur

Klasse B – Material

  1. Programmgesteuerte Disposition

Klasse C – Material

  1. Stichtagsinventur
  2. Einfache Disposition
  3. Vorratsbezogenes Bestellwesen (statt Auftragsbezogen)
  4. Aufwandsreduzierung bei der Kontrolle und Pflege der Bestände
  5. Rahmenverträge, Abrufaufträge

Vorteile der ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist ein einfaches Hilfsmittel zur Bewertung von Gütern. Mit geringem Aufwand können unternehmerische Entscheidungen basierend auf fundamentale Daten getroffen werden. Maßnahmen, die wenig wirtschaftlich und daher uneffektiv sind, werden entlarvt. Daten werden transparent und vergleichbar.
Die ABC-Analyse ist aufgrund ihrer Einfachheit auch auf andere Bereiche anwendbar. So können Kunden oder Lieferanten ebenfalls mit einer ABC-Analyse betrachtet werden.

Nachteile der ABC-Analyse

Die freie Einteilung der Grenzen der jeweiligen Klassen birgt Risiken, die bei falscher Betrachtungsweise zu falschen Beurteilung oder Fehlentscheidung führen kann. Eine weitere Einteilung in zusätzlichen Klassen ist möglich, erhöht aber den Aufwand und birgt weitere Risiken für Fehleinschätzungen.
Bei strikter Anwendung dieser Analyse bleibt das Entwicklungspotential der geringwertigen Güter unterbewertet und größtenteils unbeachtet.

 

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Datum: 24.08.2016
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