Was bedeutet Cashflow und was sagt diese Kennzahl aus?

Der Cashflow (übersetzt aus dem Englischen: „Geldfluss“ oder „Kapitalfluss“) ist eine wirtschaftliche Messgröße, die den Nettozufluss liquider Mittel (= positiver Cashflow) bzw. den Nettoabfluss (= negativer Cashflow) während eines bestimmten Zeitraums, z.B. einem Geschäftsjahr, darstellt. Er kann – wie der Unternehmenserfolg – positiv oder negativ ausfallen. Eine positive Kennzahl zeigt, dass die Einnahmen größer sind als die Ausgaben. Mit dem erwirtschafteten Überschuss können Investitionen getätigt, Schulden getilgt oder Ausschüttungen an Gesellschafter ausgezahlt werden.
Eine negative Kennzahl zeigt ein Defizit an, die Ausgaben sind höher als die Einnahmen. Das entstandene Defizit deutet einen Liquiditätsengpass an.

Grafik von Positiver und negativer Cashflow | microtech.de
Definition Cashflow ©microtech 2017

Der Cashflow ist für die Beurteilung der Liquiditätssituation von Unternehmen eine wichtige Größe und gehört zu den Bilanzkennzahlen. Anders als beim Gewinn werden dem Cashflow unbare Ausgaben, wie Abschreibungen oder Rückstellungen, nicht zugerechnet. Er zeigt also die tatsächliche Ertrags- und Finanzkraft eines Unternehmens und gibt an, wie viel Geld ein Unternehmen während eines bestimmten Zeitraums wirklich erwirtschaftet hat.

Wie berechnet sich der Cashflow?

Zur Berechnung gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen, die direkte und die indirekte Methode:

Bei der direkten Methode wird die Kennzahl durch die Differenz von Einzahlungen (zahlungswirksamen Erträgen, z.B. Umsatzerlöse, Zinserträge, Subventionen, …) und Auszahlungen (zahlungswirksamen Aufwendungen, z.B. Materialkosten, Löhne/Gehälter, Zinsen, Steuern) ermittelt:

Grafik von Direkter Cashflow = Einzahlungen - Auszahlungen | microtech.de
Direkter Cashflow © microtech 2017

Bei der indirekten Methode ergibt sich die Kennzahl aus einer Bereinigung des Jahresüberschusses (Gewinns): Dabei werden nicht zahlungswirksame Aufwendungen wie Abschreibungen und Rückstellungen hinzugerechnet. Die indirekte Methode wird oft bevorzugt.

Grafik von Berechnung indirekter Cashflow | microtech.de
 Indirekter Cashflow ©microtech 2017

Unterschied zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die GuV stellt auch Erträge und Aufwendungen gegenüber. Da die Überschüsse der Ertragsbesteuerung unterliegen, verfolgen Unternehmer häufig das Ziel, Erträge gering und Aufwendungen hoch erscheinen zu lassen. Die GuV-Rechnung kann so (steuerrechtlich bedingt) durchaus verzerrt sein und einen deutlichen Unterschied zum Cashflow aufweisen – besonders bei Unternehmen, die z.B. hohe Abschreibungen geltend machen können.

Empfehlung zur Errechnung des Cashflow nach DVFA/SG

Zur Ermittlung der Kennzahl haben die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (DVFA) und die Schmalenbach-Gesellschaft/Deutsche Gesellschaft für Betriebswirtschaft (SG) eine einheitliche Berechnungsform empfohlen, da es bisher keine allgemein anerkannte Methode gibt.

Grafik von Cashflowberechnung nach DVFA Richtlinien | microtech.de
Cash-Flow-Berechnung ©microtech.de
Buchhaltungsprogramm testen

Beiträge, die Sie ebenfalls interessieren könnten:

microtech.de
Datum: 05.08.2016
Back Anchor