Umschlagshäufigkeit – Was ist die Umschlagshäufigkeit?

Die Umschlagshäufigkeit ist eine Kennzahl, anhand derer man abliest, wie oft der Lagerbestand eines Unternehmens innerhalb einer Zeitperiode verkauft wird. Meistens betrachtet man hier die Umschlagshäufigkeit innerhalb eines Jahres. Die Umschlagshäufigkeit gibt an, wie oft ein Warenlager oder bestimmte Artikel aufbewahrt oder umgesetzt werden. Mit dieser Kennzahl als Basis, bildet ein Betrieb die Grundlage für die weiteren Einkaufsstrategien und deren Optimierung. Der Zeitraum kann von jedem Unternehmen individuell festgelegt werden.

Umschlagshäufigkeit - Was ist das?
Umschlagshäufigkeit

Ziel der Umschlagshäufigkeit

Ziel ist immer, eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit zu schaffen. Das bedeutet für Ihr Lager, dass Sie Waren viel und häufig umsetzen und Ihr Umsatz dadurch natürlich auch steigt. Ihre Lagerbestände werden aufgebraucht und somit schaffen Sie Platz für neue Waren. Außerdem haben Sie bei einer erhöhten Umschlagshäufigkeit die Option, bestimmte abverkaufte Artikel auszutauschen oder Ihr gesamtes Sortiment neu zu organisieren.
Eine reduzierte Umschlagshäufigkeit hingegen, ist negativ für Ihr Unternehmen. Denn das bedeutet, dass die Kosten für Ihre Lagerhaltung steigen und mehr von Ihrem Kapital gebunden ist.

Formel Umschlagshäufigkeit

Die Formel zur Berechnung der Umschlagshäufigkeit sieht wie folgt aus:
Umsatzerlös dividiert durch das durchschnittliche Gesamtkapital.

Umsatzerlös / durchschnittliches Gesamtkapital = Umschlagshäufigkeit

Beispiel Berechnung der Umschlagshäufigkeit

Angenommen ein Unternehmen macht einen Jahresumsatz von 200.000 Euro und hat einen durchschnittlichen Lagerbestand im Wert von 50.000 Euro. Dann hat das Lager eine durchschnittliche Umschlagshäufigkeit von 4:

200.000 : 50.000 = 4

Im Jahr schlägt sich der Lagerbestand also viermal um.

Je kürzer die Lagerdauer, desto besser

Ist Ihre Lagerumschlagshäufigkeit hoch, haben Ihre Waren eine verkürzte Lagerdauer. Ein positiver Nebeneffekt: Ihre Lagerkosten senken sich, ebenso wie Ihre Kapitalbindung. Um Ihre Umschlagshäufigkeit zu erhöhen, können Sie beispielsweise Ihren Mindestbestand reduzieren, Beschaffungszeiten verkürzen oder eine Optimierung Ihres Sortiments vornehmen, um Ihren Kunden noch attraktivere Angebote zu bieten.

Tipp: Ihre Lagerumschlagshäufigkeit sollten Sie nicht nur für Ihr Gesamtlager pauschal betrachten. Viel wichtiger ist es, dass Sie auch die einzelnen Bereiche oder Materialgruppen evaluieren. Dabei sollten Sie einen verstärkten Fokus auf die A-Güter legen.

Warum Sie auch Ladenhüter lagern sollten

Natürlich freut sich jeder Unternehmer über eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit. Allerdings ist es hier und da sinnvoll, Waren zu lagern, die mehr oder weniger einstauben. Das bedeutet nicht, dass Sie sich jetzt einen Bestand von nutzlosen „What if“-Gegenständen zulegen sollen. Ladenhütern einen Lagerplatz zu gewähren gilt eher für seltene Ersatzteile für Maschinen oder Fahrzeuge oder für Waren, die schwierig wiederzubeschaffen sind. Manche Waren können auch aus Spekulationsgründen gelagert werden. Beispielsweise wenn bestimmten Artikeln eine Preiserhöhung bevorsteht oder bei Weinen, die möglicherweise ein Wertsteigerungspotential haben.

 

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Datum: 08.03.2019
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