Was ist die E-Bilanz?

Die E-Bilanz bezeichnet ein Verfahren für die elektronische Übermittlung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen an das Finanzamt.

Ende 2008 wurde das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens verabschiedet (Steuerbürokratieabbaugesetz vom 28. Dezember 2008, BGBl. I 2850), um die elektronische Kommunikation zwischen Finanzbehörden und Steuerpflichtigen zu vereinfachen. Neben der Vereinfachung des gesamten Steuerverfahrens für alle Beteiligten soll die E-Bilanz zum Beispiel auch dazu beitragen, dass die aufwändigen Betriebsprüfungen für Prüfer und Geprüfte leichter und schneller durchgeführt werden können.

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Für wen gilt die Übermittlung per E-Bilanz?

Für alle Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen, also ab Wirtschaftsjahresbeginn 01.01.2012, ist die elektronische Übermittlung der Bilanz- bzw. der Jahresabschlussdaten möglich und für das Wirtschaftsjahr 2013 bereits bindend und zwingend erforderlich. Unter diese gesetzliche Regelung (vgl. § 5b EStG) fallen alle Unternehmen, die nach Handels- oder Steuerrecht grundsätzlich eine Bilanz erstellen müssen oder das freiwillig tun (§4 Abs.1, §5 EStG und §140 und §141 AO). Das sind:

  • Land- und Forstwirte, die einem selbständigen Handelsgewerbe nachgehen
  • Unternehmen mit der Rechtsform OHG oder KG
  • Kapitalgesellschaften mit der Rechtsform GmbH oder AG
  • Nicht-Kaufleute mit einem Gewinn von über 60.000 Euro bzw. einem Umsatz von über als 600.000 Euro im Kalender- bzw. Geschäftsjahr.

Ein ausländisches Unternehmen mit einer Betriebsstätte in Deutschland muss für diese eine Betriebsstätte in Deutschland eine gesonderte E-Bilanz übermitteln. Ein deutscher Unternehmer mit einer Betriebsstätte im Ausland muss für das gesamte Unternehmen (inklusive der ausländischen Betriebsstätte) die E-Bilanz übermitteln.

Das Verfahren der E-Bilanz

Allein durch eine Umstellung auf elektronische Kommunikation zwischen Unternehmen und Finanzbehörden wären die Nachteile des bisher papierbasierten Verfahrens nicht beseitigt worden. Deshalb musste eine Lösung sowohl eine vereinfachende Standardisierung ermöglichen, als auch die erforderliche Datenqualität gewährleisten und zusätzlich den Unternehmen einen Nutzen über die bloße Erfüllung der steuerlichen Pflicht hinaus bieten. Eine solche Lösung stellt die Übermittlung unter Verwendung des freien Standards XBRL (Extensible Business Reporting Language) dar.
Grundlage eines Datenaustausches in XBRL sind gegliederte Datenschemata, sog. Taxonomien. Sie beschreiben den Inhalt und die Struktur von Finanzberichten und dienen als Vorlage oder Baukasten für einen individuellen Abschluss. Ähnlich wie ein Kontenrahmen beinhalten die Taxonomien die Positionen, die für die Darstellung der Abschlussposten genutzt werden.

Die Taxonomien (Version 5.0 bis 6.0) sind auf der Webseite http://www.esteuer.de zu finden. Sie enthalten ein Modul zur Übermittlung von Stammdaten („GCD- Modul“) und ein Modul zur Übermittlung der eigentlichen Abschlussdaten („GAAP- Modul“). Das GCD-Modul enthält Angaben zum Unternehmen (Firma, Sitz, Eigner, etc.), während sich im GAAP-Modul insbesondere die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sowie ein Schema für eine strukturierte steuerliche Überleitungsrechnung enthalten sind.

Die Übermittlung der Daten geschieht durch das Elster-Verfahren, das Unternehmen braucht also ein Elster-Zertifikat. Die E-Bilanz muss zudem auch beim Bundesanzeiger hinterlegt werden.

Die übermittelte E-Bilanz wird in einem sogenannten Festsetzungsspeicher zentral gespeichert und auch nachträglich können noch Korrekturen durchgeführt werden. In der Versionsübersicht des Speichers ist neben der ursprünglichen Bilanz auch eine gegebenenfalls korrigierte Version sichtbar.

Unternehmen, die erstmals eine E-Bilanz erstellen und abgeben müssen, sind gut beraten, ein Gespräch mit dem Steuerberater zu suchen, um sich mit dem Verfahren vertraut zu machen und die für den Jahresabschluss notwendigen Daten und Zahlen an die Taxonomie der E-Bilanz anzupassen.

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Datum: 21.12.2016
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