Was ist ein Barcode-Scanner? Arten und Anwendung

Barcode-Scanner können unser Leben enorm vereinfachen, besonders im beruflichen Umfeld. In einem früheren Artikel sind wir bereits auf Barcodes und deren Verwendung und Vorteile eingegangen. Ein Barcode-Scanner kann die Aufgaben in vielen Bereichen des täglichen Arbeitens erleichtern. Was genau ein Barcode-Scanner kann und wo er eingesetzt wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eigentlich ein Barcode-Scanner?

Barcode-Scanner werden häufig auch als Barcode-Lesegeräte, Strichcode- oder Balkencode-Lesegeräte bezeichnet. Hierbei handelt es sich um mobile oder stationäre Geräte, mit denen Daten automatisch erfasst und ausgelesen werden können. Die Daten können von stillliegenden oder sich in Bewegung befindlichen Barcodes gescannt werden. Neben den klassischen eindimensionalen Codes, welche nur in eine Richtung gelesen werden, können viele Barcode-Scanner auch zweidimensionale Codes erfassen. Ein Data-Matrix-Code zum Beispiel kann in zwei Richtungen gelesen werden. Neue Generationen von Barcode-Lesegeräten können nicht nur 1D- und 2D-Codes lesen, sondern diese auch in beliebigen Drehlagen erkennen. Man bezeichnet diese Art von Barcode-Scannern auch als omnidirektional.

Abbildung eines Barcode-Scanner | microtech.de
pixabay

Wie funktioniert ein Barcode-Scanner?

Um zu verstehen, wie ein Barcode-Scanner funktioniert, sollten wir uns zunächst mit dem Barcode beschäftigen.
Ein Barcode besteht aus parallel angeordneten, unterschiedlich breiten, schwarzen Balken auf einem weißen Untergrund (oder auch farbig – es muss allerdings ein deutlicher Kontrast entstehen). Diese Balken, häufig ergänzt durch weitere Zeichen wie Buchstaben oder Zahlen, enthalten unterschiedlichste Daten. Ihr Vorteil besteht darin, dass Barcodes kaum Platz einnehmen, jedoch viele Daten speichern.
Um die beschriebenen Balken lesen und verarbeiten zu können, werden beispielsweise Laserscanner eingesetzt. Der hier verwendete Laserstrahl wird über ein sich drehendes Polygonspiegelrad auf den Code projiziert. Der Barcode reflektiert das Laserlicht, wobei der diffus reflektierte Anteil des Laserlichts durch das Lesefenster des Barcode-Scanners zurück auf das Polygonspiegelrad geleitet wird. Von dort wird der Laserstrahl auf einen photoelektrischen Empfänger weitergeleitet, welcher die Daten auswertet.
Neben den Laserscannern gibt es andere Barcode-Lesegeräte, die wir Ihnen im Folgenden kurz näher beschreiben werden:
Laserscanner
Die Laserscanner können in unterschiedliche Arten aufgeteilt werden. Zur Verwendung kommen häufig lineare Laserscanner. Bei diesem Scanner entsteht eine einzige Scanlinie, welche im 90 Grad Winkel auf den Barcode ausgerichtet werden muss, um diesen richtig erfassen zu können.
Eine Erweiterung hierzu stellt der Laserscanner mit linearem Raster dar. Er verfügt über mehrere parallel angeordnete Laserlinien, die einen größeren Scanbereich ermöglichen. Der Anwender muss den Scanner nicht so gezielt ausrichten und kann trotzdem den Barcode richtig erfassen. Dieses Vorgehen spart sehr viel Zeit, z.B. beim Scannen an der Discounter-Kasse.
Omnidirektionale Laserscanner bestehen aus mehreren sich überschneidenden Rasterlinien. Ein Ausrichten des Barcode-Scanners ist damit nicht mehr notwendig.

CCD-Scanner
Der CCD-Scanner liest mit Hilfe von Leuchtdioden lediglich einen flachen Zeilenausschnitt in seiner gesamten Breite des Barcodes aus. Je nach Kontrast reflektiert er den Barcode zurück auf eine CCD- oder Fotoiodenzeile, die wiederum die Daten des Barcodes dekodieren und verarbeiten kann.
Durchzugsleser
Ein Durchzugsleser ist genau das Gegenteil zu den bisher beschriebenen Varianten. Während bei den bisher beschriebenen Geräten der Barcode stillliegt und das Lesegerät über den Barcode geführt wird, ist ein Durchzugsleser fest installiert und der Barcode wird über das Gerät „gezogen“.
Durchzugsleser eignen sich in der Regel für Zutrittskontrollen, da sie in erster Linie Barcodes lesen, welche auf Karten gedruckt sind. Auch Supermarktkassen sind sogenannte Durchzugsleser.
Kamera-Scanner
Die Kamera-Scanner gehören zu der neusten Generation von Barcode-Lesegeräten. Sie werden häufig auch als „Imager“ bezeichnet. Sie scannen den Barcode mit einer Kamera. Das eingescannte Bild wird dann, mit Hilfe einer digitalen Bildverarbeitung aufbereitet und digital erfasst. Sie können 2D-Codes und Codes mit sehr hoher Informationsdichte erfassen. Der Nachteil: die Kamera-Scanner sind noch relativ teuer. Eine günstigere Alternative sind Scanner-Apps für das Smartphone.

Barcode-Scanner | Abbildung Handy wo QR Code fotografiert | microtech.de
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Wo werden Barcode-Scanner eingesetzt?

Wie bereits beschrieben, können mit Barcode-Scannern Daten von Barcodes automatisiert erfasst und weiterverarbeitet werden. Sie befinden sich daher in den unterschiedlichsten Bereichen im Einsatz von der stationären oder mobilen Anwendung zur Erfassung einzelner Codes (beispielsweise im Einzelhandel) bis hin zur komplexen Lesestation in der Fertigungslinie eines Produktionsbetriebes. Auch auf Veranstaltungen oder in Fußballstadien kommen Barcode-Scanner zum Einsatz, zum Beispiel um Eintrittskarten einzulesen.
Typische Einsatzbereiche sind jedoch das Scannen von Codes auf Verpackungen, Kartons oder Paletten. Barcode-Scanner können dabei in nahezu jeder Branche eingesetzt werden und die Arbeit dort enorm erleichtern und Fehler in der Datenerfassung minimieren.

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microtech.de
Datum: 13.07.2017
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