Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag (DB) bezeichnet den Betrag, der sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der variablen Kosten ergibt. Unter variablen Kosten sind all jene Kosten zu sehen, die abhängig vom Beschäftigungsgrad und der Produktionsmenge entstehen.
Fixkosten hingegen sind unabhängig von diesen Kennziffern, zum Beispiel: Abschreibungen, laufende Betriebskosten, Instandsetzungen.
Den Deckungsbeitrag verwendet man unter anderem, um den Break-Even-Point zu ermitteln, also jenen Beitrag, ab dem das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet.

Deckungsbeiträge berechnen

Um den gesamten DB zu ermitteln, wird der Gesamterlös einer Periode mit den gesamten variablen Kosten einer Periode verglichen.

DB = E – Kv (Deckungsbeitrag = Erlöse – variable Kosten x Menge) 

Deckungsbeitrag berechnen
Deckungsbeitrag berechnen

Deckungsbeitrag des einzelnen Produkts

Um den stückbezogenen DB zu ermitteln, wird der Preis pro Stück mit den variablen Kosten (pro Stück) verglichen.

DB = p – kv (Deckungsbeitrag = Preis pro Stück – variable Stückkosten x Menge)

Deckungsbeitrag des einzelnen Produkts
Deckungsbeitrag des einzelnen Produkts

Die jeweils ermittelte Differenz aus den Erlösen/Preis pro Stück und den variablen Kosten stellt den Deckungsbeitrag dar.  

Beispiel für den Deckungsbeitrag

Bei dem Kauf von Taschenrechnern fallen variable Kosten in Höhe von 1.200 Euro und Fixkosten in Höhe von 2.500 Euro an. Durch den weiteren Verkauf entsteht ein Erlös von 4.300 €. Dadurch ergibt sich ein Deckungsbeitrag von 3.100 Euro. Zur Deckung der Fixkosten ist demnach genug Geld da, sodass der Break-Even-Point überschritten ist und 600 Euro Gewinn übrig bleiben.

Gewinnermittlung

DB – fixe Kosten = Gewinn

Deckungsbeitrag - Gewinnermittlung
Deckungsbeitrag – Gewinnermittlung

Der Deckungsbeitrag sollte zumindest die fixen Kosten decken. Fällt der DB höher aus, erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn. Fällt der DB niedriger aus, würde das Unternehmen einen Verlust erwirtschaften.  

Erkenntnisse aus den Berechnungen des Deckungsbeitrags

  • Welche Produkte sind besonders ertragreich?
  • Welche Produkte erwirtschaften noch nicht einmal die Fixkosten?
  • Ist die eigene Produktion dieser Produkte sinnvoll oder sollten diese lieber fremd bezogen werden?
  • Ab wann wird der Break-Even-Point erreicht?

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein wichtiges Controlling-Verfahren, die wesentliche Kennziffern zur Ermittlung der Produktivität liefert. Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ermittelt stufenweise neben den variablen Kosten, die Produktfix- und die Unternehmensfixkosten, um den Betriebsgewinn zu ermitteln. 

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Grundlage der einfachen Deckungsbeitragsrechnung ist, dass die variablen Kosten aller Produkte vom Gewinn subtrahiert werden. Danach werden alle Fixkosten vom Deckungsbeitrag abgezogen. Wenn der Deckungsbeitrag größer als die fixen Kosten ist, erwirtschaftet das Unternehmen Gewinn. Dadurch ermöglicht diese Rechnung genau zu sehen, welche Produkte Gewinn einbringen und rentabel sind.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Häufiger Anwendung findet in Unternehmen der Einsatz einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Hierbei werden die Kosten verursachergerecht in Produktarten, Produktgruppen, Kostenstellen und Bereiche eines Unternehmens aufgeteilt.
  Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung Schema

Beispel für den Deckungsbeitrag | microtech.de
 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ©microtech GmbH

Welchen Nutzen hat der Deckungsbeitrag?

Durch die Deckungsbeitragsrechnung ist es möglich, die Preise für die einzelnen Produkte festzulegen. Der Verkaufspreis muss mindestens die variablen Kosten abdecken, damit nicht noch mehr Kosten entstehen. Der Erlös oder Deckungsbeitrag, der durch das Produkt erzielt wird, kann dann zur Deckung der Fixkosten genutzt werden. Ist dieser größer als die Fixkosten, erzielt das Unternehmen einen Gewinn. Somit ist es möglich, herauszufinden, ob ein Produkt wirtschaftlich ist oder nicht.

Mit Hilfe des Deckungsbeitrags können die zum Betriebsgewinn beitragenden Produkte, Produktgruppen und die darauf anfallenden Kosten betrachtet werden. Hierdurch ist es möglich, die ertragreichen Produkte von den weniger ertragreichen Produkten zu unterscheiden und darüber hinaus Entscheidungen zu treffen, ob in die eine oder andere Produktsparte investiert wird.

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Der Deckungsbeitrag sollte jedoch nicht als einziges Kriterium betrachtet werden, wenn es um Entscheidungen für oder gegen ein Produkt oder eine Produktgruppe geht, da auch weniger ertragreiche Produkte (oder auch Produkte mit negativem Deckungsbeitrag) ihre Daseinsberechtigung im Sortiment haben. So gibt es Abhängigkeiten der Produktsorten untereinander, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Beispielsweise können Fahrradschläuche ohne Fahrräder nicht verkauft werden. Vergleichsweise günstige Räder lassen sich besser verkaufen, wenn man weniger preisgünstige Räder im Sortiment hat.

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Datum: 09.05.2017
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