Verzugszinsen richtig berechnen

Von: Ewald Haaf |
Datum: 20.11.2018

Verzugszinsen richtig berechnen – Anleitung und Checkliste

Verzugszinsen zu berechnen ist lästig und macht sowas von gar keinen Spaß. Im Berufsleben von Gewerbetreibenden, Händlern und Freelancern gehört diese ungeliebte Aufgabe aber leider dazu.

Wann werden Verzugszinsen berechnet?

Verzugszinsen dürfen Sie ab dem Moment berechnen, sobald ein Zahlungsverzug seitens des Schuldners eingetreten ist. Die meisten Gläubiger berechnen jedoch Verzugszinsen erst sobald sich die Rechnung im Mahnlauf befindet.

Verzugszinsen - Wann werden Verzugszinsen berechnet?
Verzugszinsen – Wann werden Verzugszinsen berechnet?

In welcher Höhe darf ich Verzugszinsen berechnen?

Die Höhe der Verzugszinsen unterteilt sich in zwei Zielgruppen. Der Zinssatz, den Sie Endverbrauchern, also Privatpersonen in Rechnung stellen können, ist ein anderer als im Bereich B2B.

  • Verzugszinsen für Privatkunden (Endverbraucher) werben aktuell mit 4,12 Prozent veranschlagt.
  • Verzugszinsen im Handel und bei Geschäftskunden werden zurzeit mit 8,12 Prozent berechnet. 
Verzugszinsen - Checkliste
Verzugszinsen – Checkliste

Wie berechne ich Verzugszinsen bei Privatkunden – Ein Beispiel

Ein Privatkunde hat bei Ihnen Dekomaterial für seine Silvesterparty in Höhe von 1.000 Euro gekauft. Seit dem 15. Oktober des Jahres ist keine Zahlung eingegangen. Das Zahlungsziel befindet sich also bereits in Verzug. Die erste Zahlungserinnerung wurde bereits versandt. Am 15. November folgt eine weitere Mahnung. Tipps wie Sie Mahnung schreiben und die geeigneten Mahnungsvorlagen finden Sie kostenlos hier:

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Zum Zeitpunkt des 15. November steht die Zahlung seit 100 Tagen aus. Somit können Sie die Verzugszinsen wie folgt berechnen:

1.000 Euro x 4,12 Prozent / 100 = 41,20 Euro

Die Formel zur Berechnung von Verzugszinsen für Privatpersonen lautet also:

Rechnungsbetrag x aktueller Prozentsatz / 100 = Betrag Verzugszinsen/Jahr

Bei Verzugszinsen handelt es sich um einen Jahreszinssatz

Eines müssen wir an dieser Stelle klarstellen: Der Verzugszinssatz muss auf die die Verzugsdauer umgerechnet werden, da es sich um einen Jahreszinssatz handelt. Als Berechnungsgrundlage dient der ausstehende Rechnungsbetrag sowie die Anzahl der Tage, in denen kein Zahlungseingang erfolgte. Angewandt wird die kaufmännische Zinsmethode.

Bedeutet in unserem Beispiel von eben, dass der ermittelte Zinsbetrag durch 365 Tage dividiert werden muss und im Anschluss mit der Anzahl der Verzugstage multipliziert wird:

41,20 Euro / 365 (Tage) x 100 Verzugstage = 11,29 Euro (kaufmännisch gerundet)

Aus dieser Berechnung der Verzugszinsen ergibt sich eine Gesamtforderung in Höhe von:

1.000 Euro Dekomaterial + 11,29 Euro Verzugszinsen = Gesamtbetrag 1.011,29 Euro

Damit ist es aber in der Regel nicht getan. Häufig fallen noch Mahngebühren an.

Letztendlich lautet die

Formel zur Berechnung von Verzugszinsen:

Rechnungsbetrag x aktueller Prozentsatz / 100 = Betrag Verzugszinsen/Jahr

Betrag Verzugszinsen / 365 (Tage) x Anzahl der Verzugstage = Verzugszinsen

So berechnen sich die Verzugszinsen bei Privatkunden
Berechnung von Verzugszinsen bei Privatkunden

Wie berechne ich Verzugszinsen bei Geschäftskunden

Die Berechnung der Verzugszinsen bei Geschäftskunden erfolgt auf gleichem Weg, nur mit einem anderen Zinssatz. Auch hier möchten wir auf den Rechenweg zurückgreifen, um ein geeignetes Beispiel bieten zu können:

Bleiben wir bei unseren Dekoartikeln, nur ist der Abnehmer diesmal Geschäftskunde:

1.000 Euro x 8,12 Prozent / 100 = 81,20 Euro

81,20 Euro / 365 (Tage) x 100 Verzugstage = 22,25 Euro (kaufmännisch gerundet)

Die Gesamtsumme inklusive der Verzugszinsen beträgt bei unserem Geschäftskunden somit 1.081,20€.

So berechnen sich die Verzugszinsen bei Geschäftskunden
Berechnung von Verzugszinsen bei Geschäftskunden

Verzugszinsen werden lediglich auf die ursprüngliche Forderung erhoben

Beachten Sie bitte bei der Ermittlung der Verzugszinsen, dass diese immer und lediglich auf Basis des ursprünglichen Rechnungsbetrags ermittelt werden. Dabei ist es unerheblich ob es sich um Privatpersonen oder Geschäftskunden handelt. Mahngebühren oder Verzugszinsen, die bereits entstanden sind oder aus früheren Geschäften stammen, dürfen nicht berücksichtig werden. Als Ausnahme gelten hier Gerichtsgebühren, die entstehen, sobald Sie das Mahnverfahren einleiten.

Fazit Verzugszinsen richtig berechnen

Verzugszinsen sind nicht selten Folgen eines mangelhaften Forderungsmanagements. Eine Software, die Ihnen von der Auftragsabwicklung über die Rechnungsstellung bis zum Mahnwesen die Arbeit in nur wenigen Klicks erledigt, hilft Ihnen dabei solche Berechnungen zu vermeiden und im Fall der Notwendigkeit richtig durchzuführen.

 

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